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Büro 4.0 – Warum veränderte Arbeitswelten nach einer neuen Bildsprache verlangen

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Starre Hierarchien, der selbe Arbeitgeber von der Ausbildung bis zur Rente, vorgeschriebene Arbeitszeiten – die Berufswelt, die früher als stabil und sicher empfunden wurde, erlebt dank der fortschreitenden Digitalisierung den Aufbruch in ein neues (digitales) Zeitalter. Dadurch ändert sich auch der Anspruch an die visuelle Kommunikation von Unternehmen, besonders wenn sie sich als moderner Arbeitgeber präsentieren wollen. Wo früher Stabilität, Seriosität oder Sicherheit als Eckpfeiler des visuellen Auftrittes galten, ist es heute wichtiger, Werte wie Dynamik, Flexibilität, ein positives Arbeitsklima und vor allem die Vereinbarkeit des Berufslebens mit den individuellen Lebensentwürfen potenzieller Mitarbeiter nicht nur zu leben, sondern selbstbewusst nach außen zu transportieren.

Eine neue Generation von Arbeitnehmern steht in den Startlöchern. Nach den Digital Natives strömen die sogenannten Global Natives in den Arbeitsmarkt. Gebildeter, aufgeklärter und kosmopolitischer als all ihre Vorgänger wissen sie, wie sich eine globale Wirtschaft negativ auf Mensch und Umwelt auswirken kann: Stress, Burnout, psychische Belastung etc. Im Fokus der neuen Generation steht daher die Selbstverwirklichung und die Nachhaltigkeit – nicht das Geld, nicht die Sicherheit, nicht die Gier nach (noch) mehr. Der Job muss glücklich machen und einen Sinn haben. 

Auch spricht man nicht mehr von einer Work-Life-Balance, sondern einer Work-Life-Integration. Das bedeutet: Die Grenzen zwischen Arbeit und Beruf verschwimmen. Dazu ändert sich die Denkweise in den Unternehmen, weg vom “Fixed Mindset” hin zu einem “Growth Mindset”. Sich auszuruhen auf dem, was man schon kann, reicht heute nicht mehr aus, um den täglichen Herausforderungen und dem Voranschreiten der Digitalisierung gerecht zu werden.

Auf der anderen Seite stehen auch Unternehmen vor der Aufgabe, ein Umfeld zu schaffen, das Entfaltungsmöglichkeiten bietet, Innovationsgeist fördert und eine Identifikation mit dem Arbeitgeber möglich macht. Dieser kulturelle Umbruch am Arbeitsplatz erfordert auch einen Wandel in der visuellen Unternehmenskommunikation, um sich bei der Zielgruppe nachhaltig ins Gedächtnis zu rufen. Business-Fotografie muss neuen Regeln folgen, die drei Dimensionen betreffen: People (Digital/Global Natives), Innovation & Leadership, Bleisure (Business + Leisure)

Modernes Arbeiten bedeutet, von überall aus arbeiten zu können .

People

Hier werden vor allem junge Menschen dargestellt, die sinnvollen und nachhaltigen Jobs nachgehen. Wichtig ist aber der Austausch und die Zusammenarbeit mit der älteren, erfahreneren Generation. Wer Arbeitende abbildet, sollte sich auf kreative Tätigkeiten in einer entspannten Arbeitsatmosphäre konzentrieren und den Fokus auf die Selbstverwirklichung legen – sprich: der Mitarbeiter muss mit Spaß bei der Arbeit sein, im Idealfall seinen Traumjob verkörpern. Und der Betrachtende muss dies natürlich auch glauben. Allgemein gilt immer Authentizität statt Inszenierung. Dynamik statt Statik.

Statisch waren bisher vor allem immer Bewerbungsgespräche. Angespannte Situation, strikte Kleidung, die Angst, zu missfallen oder einen strategischen Fehler zu begehen, waren quasi spürbar. Die Folge: Allein der Begriff “Bewerbungsgespräch” erfährt eine negativ Konnotation. Die neue Business-Fotografie, eine Geisteshaltung, will dem entgegenwirken. Bewerber präsentieren sich mehr und wollen begeistern, die Gesprächsatmosphäre ist locker und interaktiv, der Ort kein trockener Besprechungsraum oder gar das sterile Büro des Chefs, sondern ein Wohlfühlort wie beispielsweise ein Cafe oder eine Lounge. Die Kleidung ist eher leger denn bourgeois und lässt Raum für einen individuellen und unangepassten Style. Die Zeiten konservativer Dresscodes sind vorbei.

Innovation & Leadership

Die Art und Weise, wie Unternehmen geführt werden, ändert sich. Die obsolete steile Hierarchie wird durch eine flache abgelöst. Vorgesetzte werden nicht länger auf ein Podest gesetzt, sondern – wie alle anderen auch – als ein Teil des Teams behandelt. Begegnung auf Augenhöhe ist der Baustein des gesamten Konstrukts. Und genau das muss sich auch in der visuellen Kommunikation eines Unternehmens nach außen zeigen.

Meetings und Besprechungen finden generell eher informell und in zwangloser Atmosphäre statt. Kreative Prozesse wie Brainstormings lösen steif wirkende und erzwungene Teamevents ab. Abseits von Arbeitsplätzen und Konferenzräumen entstehen neue Rückzugsmöglichkeiten für Mitarbeiter, Orte, die den internen Austausch zu fördern und an denen genug Platz ist für freies und kreatives Denken. 

Neue Technologien wie Augmented Reality, Virtual Reality und Robotik stehen für Innovationen. Ein ganz wichtiges Thema: Gleichberechtigung und Inklusion. Frauen in Führungspositionen brechen mit Klischees. Zukunftsstrategien werden experimentell und spielerisch erarbeitet.

Bleisure

Das moderne Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität und Freiheit. Dazu gehören zum Beispiel Sport- und Yoga-Angebote, Seminare und Schulungen zur persönlichen als auch zur beruflichen Weiterentwicklung, Kinderbetreuung oder schlicht die Möglichkeit, von Zuhause aus oder sonstwo zu arbeiten. Wichtig ist auch: “Business-Menschen”, die sich eine Auszeit gönnen (können). Die Kombination (bzw. Integration) von Arbeit und Freizeit spiegeln das moderne Arbeitsleben wieder.

Fazit

Der Wandel der Berufsbilder, das Aufbrechen alter Strukturen und die Entwicklung von der Industrie- zur Wissensgesellschaft erfordern eine neue Bildsprache in der Business-Fotografie. Das Ziel soll sein, ein Bild der modernen Arbeitswelt zu zeichnen – authentisch, nachhaltig und innovativ.

In unserer reizüberfluteten Gesellschaft ist Aufmerksamkeit mit das kostbarste Gut. Unzählige Informationen auf unzähligen Kanälen – nur das wenigste davon ist für uns tatsächlich aufnehmbar. Bilder eignen sich nach wie vor hervorragend, um Botschaften wirkungsvoll zu transportieren und eine direkte Verbindung zum Betrachter herzustellen. Gute Bilder stechen heraus – “bleiben hängen”. Nichts bindet mehr als Gefühle und Emotionen. Wer es also schafft, die Interessen seiner Zielgruppe zu erkennen und mit den richtigen Bildern die richtigen Emotionen zu erzeugen, wird die gewünschte Aufmerksamkeit bekommen. 

Dafür ist die Beobachtung und Analyse aktueller gesellschaftlicher und branchenspezifischer Trends von enormer Bedeutung. Sind die Trends erkannt, gilt es diese richtig zu interpretieren und umzusetzen. Die Krux besteht darin, das richtige Maß an Bekanntem und Unvermitteltem – an Vertrautem und Überraschendem zu finden.

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